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23.03.2019

Übung der Vorgeplanten überörtlichen Hilfe

Greven/Kreis Steinfurt Rund 230 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und Malteser Hilfsdienst sind im Blaulicht-Konvoi durch die Innenstädte von Rheine und Ibbenbüren sowie weite Teile des Kreisgebietes gefahren. Eine Übung der Superlative. Beteiligt war auch die Freiwillige Feuerwehr Greven mit dem Einsatzleitwagen. Unsere Mission sind außergewöhnliche Schadensereignisse in der Region und der gesamten Republik.

Ein außergewöhnliches Schadensereignis war das Elbe-Hochwasser im Jahr 2013 – ein Flut-Drama gigantischen Ausmaßes. 23?000 Menschen mussten alleine in Magdeburg vor der Flut evakuiert werden, das öffentliche Leben lag brach, nichts ging mehr, weil das Wasser alle im Griff hatte: Feuerwehr , THW, Hilfsorganisationen, die Bundeswehr: Überall entlang der Elbe halfen damals viele Einsatzkräfte aus der Republik mit, die Folgen der Flut und die nicht weniger werdenden Wassermassen unter Kontrolle zu halten. Auch aus dem Kreis Steinfurt waren Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren ebenso wie Ehrenamtliche von Hilfsorganisationen längere Zeit vor Ort und packten unermüdlich mit an.

Möglich macht das die sogenannte „Vorgeplante überörtliche Hilfe im Bereich des Brandschutzes und der Hilfeleistung“, kurz VüH, der Feuerwehren im Kreis Steinfurt. Per Landeskonzept halten die Feuerwehr neben ihren kommunalen und den Verpflichtungen auf anderen Ebenen Teams und Technik bereit, um im Ernstfall helfen zu können.

„Es gibt Einsatzlagen in anderen Bundesländern oder auch in der näheren Umgebung, wo Feuerwehren über einen längeren Zeitraum mit größeren Lagen beschäftigt sind und diese örtlichen Trupps dann Hilfe von außerhalb gebrauchen“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Werner Henrichsmann .

Wasserförderung, Hochwasserlagen, Waldbrände, Explosionen und andere technische Hilfeleistungen: Insgesamt vier komplette Züge sowie ein weiterer Logistik-Zug, Unterstützung- und Führungskräfte sieht das Konzept für den Fall der Fälle vor. Die Westerkappelner Feuerwehr ist mit einem Mannschaftstransportwagen, dem Einsatzleitwagen und zehn Leuten in den dritten Zug „einsortiert“ worden, erläutert Bünemann.

Anders als bei den alltäglichen Einsätzen der Wehren, bei denen es auf jede Minute ankommt, kann die überörtliche Hilfe entweder innerhalb von höchstens zwei Stunden sofort mobilisiert werden. Dann rücken die Wehrleute für maximal 24 Stunden ohne Übernachtung aus. Oder die Einsatzkräfte haben einen Vorlauf von zwölf Stunden bis zum Abrücken für Einsätze mit einer Gesamteinsatzdauer von drei Tagen für jede einzelne Einsatzkraft. Frauen und Männer, die sich für etwaige Situationen bereithalten, haben in der Regel eine fertig gepackte Reisetasche Zuhause bereitliegen und können auf die volle Unterstützung ihrer Arbeitgeber und Familien zählen.

Am Samstag wurde die neuste Fassung des Konzepts „auf Herz und Nieren geprüft“, wie Henrichsmann sagt. Bereits gegen 9 Uhr waren die Kräfte zu einem Bereitstellungsraum in der Kaserne in Rheine-Bentlage alarmiert worden. Hauptgrund für die Übung: Die Alarmierung. Im Zuge der Neukonzeptionierung habe man die Funkmeldeempfänger der Wehrleute im Kreis neu programmieren müssen. Die Übung sollte nun zeigen, ob der Alarm jetzt auch bei allen Frauen und Männern ankommt.

Im Anschluss übten die Einsatzkräfte die Kolonnenfahrt. Rund 50 Einsatzfahrzeuge durchquerten im Verband das Kreisgebiet, passierten Innenstädte, Bundesstraßen und auch Autobahnabschnitte. Beendet wurde diese Großübung mit einem Mittagessen in den Räumen der Feuer- und Rettungswache Ibbenbüren.

Mit dem Ergebnis zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden. Man sei nun wieder bestmöglich gerüstet, um auch außerhalb des Kreises zu helfen.

Quelle: Westfälische Nachrichten
Fotos: Jens Klebat (WN)

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